27.10.2020

Digital für Ältere

Aufgrund von Corona nutzen immer mehr Ältere das Internet beispielsweise um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Viele aber haben immer noch Bammel vor neuen Technologien. Dabei birgt die digitale Welt viele Potenziale. Daher nur Mut!

Man könnte glauben, dass gerade in Zeiten von Corona viele ältere Menschen ihr Interesse für die digitalen Medien entdecken. Doch der Anteil älterer Nutzer hat sich innerhalb dieses Jahres laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom kaum verändert. Nach wie vor ist nur jede/r  Zweite ab 65 Jahre online. Bei den über 80-jährigen sind es lediglich 23 Prozent.

Dabei hat sich gerade in der Corona-Pandemie gezeigt, wir bereichend und hilfreich das Internet für die ältere Bevölkerung sein kann. Der 8. Altersbericht der Bundesregigerung bestätigt, dass die Digitalisierung entscheidend dazu beitragen kann bspw. die Gesundheitsversorgung und -pflege im Alter zu verbessern. Zugleich stelle der Einsatz digitaler Techniken für viele Menschen im Alltag eine große Hilfe dar. Beispielsweise können Ältere aufgrund eines installierten Hausnotrufsystems länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Apps erinnern an die rechtzeitige Einnahme von Medikamenten. Modernes Home-Banking erstpart den Gang zur Bankfilial. Von der sozialen Komponente einmal ganz abgesehen. Denn es macht schon Spaß, mit den Enkelkindern zu skypen, Fotos auszutauschen und mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Und auch das Einkaufen übers Internet macht vielen das Leben leichter, das Chatten mit Gleichgesinnten das Leben abwechslungsreicher.

Doch anscheinend fällt der Schritt ins digitale Zeitalter älteren Mitbürgern immer noch schwer. Sie stehen der neuen Technik oft skeptisch gegenüber, auch die Nutzung der entsprechenden Geräte und Anwendungen fällt vielen schwer. Senioren und Seniorinnen sind aber durchaus in der Lage, sich digitale Kompetenzen anzueignen. Andererseits wird auch jedem zugestanden, im Alter vielleicht nichts Neues mehr lernen zu müssen, wenn sie dies nicht wollen.

Auf jeden Fall will zumindest die Bundesregierung und viele Seniorenverbände wie die Bagso den Umgang älterer Menschen mit PC & Co. stärker weiter fördern. Lern- und Experimentierräume sollen geschaffen werden, in denen ältere Menschen die Möglichkeiten haben, digitale Technologien auszuprobieren und sich mit den Möglichkeiten und Risiken auseinanderzusetzen.

Und das ist gut so. Denn mit digitaler Kommunikation den Anschluss nicht verlieren, ist sehr wichtig. Werden bpsw. Verwaltungen zusammengelegt oder schließen Vereine im Ort, kann das gerade für ältere Menschen zum Problem werden: Für ältere Menschen haben solche Entwicklungen besonders gravierende Folgen – vor allem, wenn die gesundheitliche und pflegerische Versorgung beeinträchtigt ist. Deswegen macht die Autorin allen Lesenden Mut, digitale Angebote zu nutzen, um diesen Wandel auszugleichen, denn nicht immer bleiben analoge Wege offen. Und die Entwicklung geht eindeutig weiter stark in Richtung digital.

(hh)

Stellungsnahme BAGSO 8. Altersbericht Digitalisierung

Foto: Bagso